Bad Mergentheim, 1964 (Audio Nr. 5)
MAHARISHI: ...Was ist der grundlegende Fehler, der dazu führte, dass diese Religionen nutzlos geworden sind? Das „Gießen der Wurzeln” ist die eine Sache. Aber wenn sie nur vergessen hätten, die Wurzeln zu gießen, hätten sich nicht so viele Missverständnisse einschleichen können. Stattdessen hat sich etwas anderes eingeschlichen.
Der Sinn und Zweck von Religion war eigentlich, GOTT den Menschen näher zu bringen, ihnen einen direkten Weg zur Gottesverwirklichung aufzuzeigen: Hier bist du, und da es alles durchdringend ist und du auch das bist, wende dich nach innen und finde IHN. Das ist es, was Christus meinte, wenn er vom Königreich des Himmels in uns sprach. Das ist es, was Buddha meinte, wenn er vom immerwährenden Nirwana sprach. Das ist es auch, was Lord Krishna sagte.
All diese Propheten haben zu verschiedenen Zeiten das Gleiche verkündet. Aber deren Anhänger haben in ihrem Stolz über den guten Propheten, den sie gefunden hatten, die eigentliche Wahrheit vergessen. Was also geschah, war Folgendes: der Sinn und Zweck von Religion war, den Menschen GOTT zu zeigen und zwar als Ergebnis von Gottesbewusstsein bzw. höherem Bewusstsein, denn Gottesbewusstsein bedeutet höheres Bewusstsein. Gottesbewusstsein bzw. höheres Bewusstsein hätte den Menschen zuerst vermittelt werden sollen und dann, als Ergebnis davon, hätten die Menschen ein rechtschaffenes Leben geführt, ein gutes Leben, eine vollkommen rechtmäßige Lebensweise in Liebe und Hilfsbereitschaft und so weiter. All das ist das Ergebnis von höheren Bewusstseinszuständen.
Die Religionen begannen also, zu predigen, du sollst ein rechtschaffenes Leben führen, anderen helfen, deine Mitmenschen lieben und dadurch wirst du GOTT verwirklichen. Sehen Sie den Unterschied? Der Spieß wurde umgedreht. Der Karren wurde vor das Pferd gespannt. Wenn dies geschieht, dann kann das Pferd, auch wenn es sich sehr anstrengt, den Karren nicht sehr schnell anschieben.
Ein gutes Leben zu führen, die Mitmenschen zu lieben und all diese Dinge, sind das Resultat höherer Bewusstseinszustände, von Gottesbewusstsein. Von den Religionen wurde erwartet, dass sie die Leute zum Gottesbewusstsein führen und dann darauf achten, dass sie sich weiterhin richtig verhalten. Moralische Verhaltensregeln waren notwendig, aber das konnte nur dann Sinn machen, wenn die Leute ein höheres Bewusstsein hatten. All diese großen Kirchen, die Priester und Kardinäle und Päpste hatten die Aufgabe, die Menschen direkt zum Gottesbewusstsein zu führen. Und dann würde sich die gesamte Gesellschaft an die Richtlinien der Rechtschaffenheit halten und sie sollten die Menschen leiten: wenn jemand das tat, dann wäre das die Folge usw.
Aber das Bewusstsein wurde nicht angehoben. In diesem Zustand niederen Bewusstseins wurde nun vom Menschen verlangt, dass er sich richtig verhalten, das Richtige tun, dies tun, jenes tun soll. Aber er weiß nicht, wie er das anstellen soll. Er weiß nicht, was richtig ist. Er weiß nicht, was Rechtschaffenheit ist. So wurde diese rechtschaffene Art zu Leben zu einem Druckmittel. Es wird von uns verlangt, in diese Richtung zu gehen. Nicht einmal diejenigen, die sich eingehend damit befassen, wissen, in welche Richtung der Weg geht. Wie kann man von uns verlangen, unseren Mitmenschen zu lieben? Wir begannen, im Bereich der Liebe alles durcheinander zu bringen.
Hier wäre es an den Religionen gewesen, den richtigen Weg zu weisen. Sie reden über den Weg, aber sie haben nicht den Menschen hervorgebracht, der diesem Weg folgen konnte. Und als dieser Mensch nicht hervorgebracht wurde, als das Bewusstsein nicht angehoben wurde, wurden die Religionen nicht mehr beachtet.
Der Karren wurde vor das Pferd gespannt, deshalb blieb der Karren da, wo er war. Das Pferd war hilflos und konnte den Karren nicht voranbringen. Und so ging es mit jeder Religion, unabhängig davon, was getan wurde und wo dies geschah. Ich spreche hier nicht über eine Religion – es geht um jede Religion, jede Religion überall auf der Welt. Sie versuchen nicht, das Bewusstsein des Menschen anzuheben...
Die Leute sind im Grunde ihres Herzens religiös. Überall auf der Welt wollen die Menschen GOTT lieben. Die Leute wollen religiös sein, sie wollen den richtigen Weg gehen. Aber es gibt keine richtige Anleitung, wie sie es tun sollen. Und diese ganzen Anleitungen auf der verbalen Ebene, auf der Ebene von Vorschlägen, transformieren nicht die Intelligenz des Menschen, verändern nicht den Menschen selbst. Deshalb bleibt der Mensch im Leiden gefangen und hat den Wunsch, GOTT zu lieben....
dschjotiblog

Ich glaube die Menschen sind für sich selbst verantwortlich. Wenn ich telefoniere, schalte ich auch keine Person ein, die dem anderen sagt was ich denke oder will.Wir haben unseren Verstand bekommen um zu urteilen, unser Herz um zu fühlen, warum brauchen wir dann einen (Religions)Führer? Zeigen uns unsere Politiker nicht immer wieder, wie sie uns für ihre eigenen Zwecke manipulieren? Warum sollen wir denn nun wieder unseren Verstand abgeben und unser Herz geschlossenhalten, damit ein anderer unsere Aufgabe zu seinem Vorteil übernimmt? Indessen sollen wir vor dem Fernseher sitzen und vergnügt- nicht leidend- Talkshows,Werbung oder zensierte Nachrichten anschauen, anstatt unsere Kanäle zu öffnen um das wahrzunehmen , was Gott uns sagen will.
Dazu braucht es keine Anleitung. Nur etwas Muße - kaum machbar für die, die für ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familie arbeiten müssen.
dschjoti